Thomas - seine Beziehung zu Holz

Thomas und seine Beziehung zu Holz

Ja, es ist doch schon recht lange her, dass wir uns  kennen lernten. Damals in Leipzig in der Grundschule.

 

 

Wir beide hatten zusammen Jugendweihe.

 

Ok, die Bilder sind aus dem Archiv, nicht von mir.

 

Seitdem sind viele Jahre vergangen. Wir haben viel miteinander erlebt bis sich, wie das häufig so ist, unsere Wege nach der Lehre trennten. Die Armee verlangte nach uns. Und diesem Verlangen konnte man sich nur schwerlich entziehen.

Thomas in die Oberlausitz nach Weißwasser, ich nach Halle. Irgendwann lernte Thomas seine Frau kennen. Und so kam es, dass Thomas aus einer Großstadt wie Leipzig, in der wir groß geworden sind, nach Thüringen ins beschauliche Luisenthal heiratete. Dort arbeitete er lange Zeit im Forst und konnte seine wohl natürliche Begabung Holz zu verstehen noch weiter vertiefen.

 

Und der Bart wuchs. Und so wurde aus dem "Milchreisbubi" von oben ein Mann.

 

 

Thomas hatte schon immer ein gewisses handwerkliches Geschick. In Luisenthal im Thüringer Wald kam das erst so richtig zum Vorschein. Man konnte ihm ein altes, vergammeltes Stück Holz in die Hand geben und nach 4 Wochen wiederkommen. Dann hatte er daraus ein Designerstück gemacht. Woher er seine Ideen nimmt …, keine Ahnung, aber er hat sie.

Das bedeutet natürlich auch, das Thomas, nicht immer zur Begeisterung seiner Frau, Holz und andere Dinge, die man ja vielleicht noch gebrauchen könnte, sammelt.

Ok, er hat keinen kleinen Keller in den alles reingestopft werden muss. Er wohnt mit Frau und Sohn in einem eigenen Haus in Luisenthal. Dort gibt es einen Schuppen mit Erd- und Obergeschoß. Die eine oder andere Maschine findet sich dann natürlich auch darin wieder. Von einer Drechselbank über eine Bandsäge bis hin zur Fräse.

Das Material was Thomas bearbeitet beschränkt sich aber nicht nur auf Holz. Zum Leidwesen seiner Frau kann man auch aus Knochen das eine oder andere tolle Designerstück fertigen.

 

Manchmal lässt sich Thomas einfach von Dingen inspirieren. Ein in sich gehen, reduzieren auf das Wesentliche. Andere nennen das Meditation. Thomas geht in den Wald oder seine Werkstatt und  untersucht, wie auf dem Bild zu sehen, Falter.  

 

Die Arbeit in seiner Werkstatt mag für andere Arbeit sein. Für Thomas ist das Entspannung, ein runter kommen, zu sich selbst finden, ja, vielleicht auch seine Art der Meditation.

Und manchmal entdeckt er in irgend einer Ecke seines Refugiums auch noch ein Relikt aus längst vergangener Zeit. An der Wand hängen Schablonen eines Stellmachers zur Herstellung von Kutschenrädern oder er findet eine alte Zeitung.

 

Und dann, wenn Thomas eine plötzliche Eingebung hat ....

Wir hatten über die vielen Jahre immer einen guten Kontakt zueinander. Und so kam es, das ich mit meiner Art der Fotografie auf die Idee kam von und mit Thomas ein Portrait anzufertigen was ihn bei seiner, für Thomas meditativen Arbeit sich mit Holz auseinander zu setzten in nicht immer ganz ernst gemeinter Weise zeigt.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Frank H. (Donnerstag, 06 Juli 2017 20:58)

    Sehr schöner Blog! Mehr davon!
    Liebe Grüsse
    Frank